Festziehen, zusammenkleben, reparieren, sparen

Eine Zwinge als ein nützlicher Helfer.

Fragen Sie, warum gerade Zwingen? Neben den elektrischen oder Akku-Werkzeugen gehören sie zu den am häufigsten angewandten Bastler- und Handwerkshelfern. Sie sind für ihre Nützlichkeit in vielen Werkstätten, Garagen und Haushalts zu finden. Sie werden nicht nur als Privileg von Handwerkern und Männern benutzt. Sie können auch bei kleinen Reparaturen im Haushalt oder beim bildnerischen Schaffen gut genutzt werden. Etwas auch im Winkel fest zu fixieren ist bei vielen Tätigkeiten nützlich.

Zwingen – zusätzliche Hände

Bei vielen Tätigkeiten in der Werkstatt oder beim Basteln wird benötigt, etwas fest zu fixieren oder zusammenzudrücken. Es reicht nicht nur mit der Hand etwas zusammenzudrücken, einundzwanzig zu sagen und fertig. Nicht einmal der Sekundenkleber klebt in einer Sekunde. Dispersionskleber für Holz brauchen je nach Produkttyp und angewandtem Material mindestens eine Stunde langes festes Zusammendrücken der geklebten Flächen. Zwingen dienen jedoch nicht nur zum Kleben, aber auch zum Halten des Materials als eine weitere Hand oder zur genauen Ausrichtung im gewünschten Winkel. Z.B. kann eine Platte an ein langes Brett mittels einer Zwinge befestigt und danach geschnitten werden oder zum Brett lediglich das geschnittene, gefräste, gestrichene oder anders bearbeitete Material fixiert werden.

Theoretisch könnte man die Zwingen in Presszwingen, Klebezwingen und Hilfszwingen, die als Erweiterung unserer Hände genutzt werden, aufteilen. Weiterhin gibt es zum Beispiel auch Modellierzwingen, Tischlerzwingen, Schlosserzwingen.

Auswahl der richtigen Zwinge

Worauf sollte man bei der Zwingenauswahl achten und was sollte man berücksichtigen? Besonders wichtig ist der Verwendungszweck. Einige Zwingen dienen als Einzweckwerkzeuge, andere können für mehrere Tätigkeiten gut genutzt werden. Eine gute Zwinge kostet nicht ein Paar Cent, deshalb ist auch die richtige Wahl so wichtig.

Die Zwinge soll kräftig sein, gut festziehen, halten und klemmen. Und zwar gerade oder im gewählten Winkel. Sie muss fest sein und vor allem darf sie nicht rutschen und sich eigenständig lösen; dies gilt für die klassischen, als auch für die schnellspannenden oder speziellen Zwingen.

Zu den am meisten angewandten Zwingen gehören sogenannte Schnellspann-, Schraub- oder Kombi-Zwingen. Die klassische Schraubzwinge wird zum Material verschoben und mit der Hand angezogen. Die Zwinge spreizt und beißt sich fest in das Stahlprofil mit feiner Antirutsch-Verzahnung ein. Tiefe Zwingen mit langen Backen können nicht nur bei Reparaturen von Schuhen oder eines Gitarrenstegs genutzt werden, sondern auch z.B. zum Kleben von Radseelen. Mittels Kantenzwingen können Zierleisten oder abgezwicktes Furnier angeklebt werden. Eine Schlosser-Winkelzwinge hält das Metallprofil, sodass beim Schweißen ein genauer Winkel erzielt wird.

Möbelreparaturen

Schnellspannende Zwingen funktionieren wie eine Pistole zum Ausdrücken von Kartuschen. Nach dem Drücken der Bremse kann damit schnell am Zwingenkörper entlang verfahren werden. Dann wird nur der Griff gedrückt und die Zwinge ist angezogen. Der Spannmechanismus besteht aus einer Feder, die auf das Metallprofil im Zwingenarm drückt und somit einen Klemmwinkel bildet, sodass die Backe nicht verrutschen kann. Die Arbeit mit der Zwinge ist schnell und sehr komfortabel. Einen Vorteil bildet die gerade Andrückfläche ohne schrauben zu müssen, deshalb kann die Zwinge nur mit einer Hand bedient werden, was vor allem bei einer selbstständigen Arbeit oder Montage sehr nützlich ist. Klassische gerade Zwingen sind zur Reparaturen und Verklebung von ausgewackelten oder entleimten Möbelstücken geeignet.

Zwingen für Rahmen und spezielle Zwingen

Hoch interessant sind auch Rahmenzwingen. Sie haben meistens einen fest eingestellten rechten Winkel und man kann mit ihnen unter einem genauen Winkel zugeschnittene Leisten einfach verbinden.

Zu den interessanten und für viele Zwecke unabkömmlichen Zwingen gehören Rahmenzwingen. Freie Segmente mit einem festen Winkel sind mit einem vier Meter langen Stahlband verbunden. Mittels des Stahlbandes und schwenkbarer Stützen können sowie rechtwinklige Formen, als auch atypische Bögen oder Kreise passgenau verklemmt werden.

Zu weiteren Zwingentypen gehören z.B. Exzenterklemmen oder Hebelklemmen, sogenannte Spanner, die nach Überwindung des Todpunktes das Material über einen Hebel fest zusammendrücken. Ihre Spannkraft kann auch mehr als 300 kg betragen. Sie werden zur schnellen Verspannung z.B. beim Schweißen verwendet. Von Bedeutung sind ebenfalls kleine Schraubstöcke unter die Bohrmaschine zur Spannung des Materials beim Bohren. Diese schauen wir uns aber beim nächsten mal näher an.

Die neuen Zwingen sind leichter und rosten nicht

Zu den Vorteilen moderner Zwingen gehört das verwendete Material. Die alten Zwingen waren schwer und aus Eisen gefertigt, sodass die Handhabung z.B. bei größeren Längen des gespannten Materials schwierig war, weiterhin in feuchter Umgebung fingen sie bald zu rosten. Zudem verrutschte der Holzgriff bei festem Anzug in der Hand.

Die größte Kraft bringt Knecht

Knecht , mit anderen Worten große Tischlerzwinge, dient zur Fertigung und Instandsetzung von Türen oder Fensterrahmen. Die größte Kraft braucht man beim Verkleben und Fixieren von Fugenplatten oder Holz oder zum Verspannen von Bolzen oder Querverbindungen in den Fenster-, Türrahmen oder anderen Konstruktionen. Dazu dient gerade der Knecht – Tischler-Slangbezeichnung für eine spezielle Kraftzwinge, die zum intensivsten Klemmen bestimmt ist.

Die Basis des Knechts bildet eine kleine, 80 mm hohe "Traverse" mit I-Profil. Diese Form verleiht dem Knecht seine hohe Festigkeit und Steifheit und sorgt auch für den Gegenzug der festen Klemmung. Die große Gusskurbel mit Kugel-Gegengewicht auf der Achse ist leicht und schnell zu bewegen und stützt sich am beweglichen Klemm- und Anschlagsegment ab. Dieses ist am Tragprofil mit einem massiven Bolzen verankert.

Unser Tipp – ein guter Kleber und Unterlage

Damit die Arbeit mit Zwingen Sinn hat, ist es nötig, stets den richtigen Kleber für das entsprechende Material anzuwenden. Manchmal kann es auch um verschiedene Materialkombinationen gehen. Zur Vergrößerung der Fläche um eine bessere Druckverteilung zu erreichen ist es vorteilhaft, die Zwingen unterzulegen. Beachten Sie dabei jedoch, dass die Unterlage am Material nicht verklebt. Mit Hilfe von Zwingen, Tischlerzwingen, Knechten, Pressklemmen (POKY) oder Abziehern können wir viele Dinge einfach selbst reparieren. Oft reicht es lediglich den richtigen Kleber einzusetzen, dann nur noch ordentlich zusammenpressen und verkleben.